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Menschenrechte für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen!

Recht auf Selbstbestimmung –
gegen Zwangsverheiratung

Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung. Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt: „Die Ehe darf nur auf Grund der freien und vollen Willenseinigung der zukünftigen Ehegatten geschlossen werden“.

agisra ist eine der ersten Beratungsstellen, die Zwangsverheiratung thematisiert hat. Menschen heiraten aus sehr unterschiedlichen Gründen (wirtschaftlichen, sozialen, emotionalen etc.). Auch die Zwänge zur Heirat sind vielfältig.

Zwangsverheiratung und andere Formen von körperlicher und psychischer Gewalt wie Kontrolle und Einschränkungen bei der Auswahl von Freundschaften, Ausgangsverbot, Zwang zur Jungfräulichkeit u. ä. sind keine private und familiäre Angelegenheit.

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Neben der Beratungsarbeit macht agisra zu diesem Thema auch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. In weiterführenden Schulen bieten wir Workshops und Seminare zu Gewaltprävention an, um das Selbstbewusstsein der Schülerinnen zu stärken, damit sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und „Nein“ sagen können. Dreimal im Jahr organisieren wir Seminare für Multiplikator_innen, in denen wir uns mit den Hintergründen, der rechtlichen Situation und den Möglichkeiten der Unterstützung beschäftigen.

 

Wir fordern umfassenden Schutz für die Betroffenen und Bedrohte von
Zwangsverheiratung!

 

agisra Köln unterstützt betroffene und bedrohte Mädchen und Frauen:

  • durch psychosoziale Beratung
  • durch Informationen über ihre Rechte
  • durch Unterstützung bei der Erweiterung individueller Handlungsspielräume, Stärkung ihres Selbstbewusstseins und selbstbestimmter Entscheidungsfindung

Dabei sind viele Fragen zu besprechen: Welches ist der Weg, den die Betroffene am liebsten gehen würde? Riskiert sie den Kontaktverlust zur Herkunftsfamilie, wenn sie sich der Heirat verweigert? Welches sind ihre Prioritäten, was ist ihr selbst am Wichtigsten?

  • in manchen Fällen auch dadurch, dass der jungen Frau eine Trennung von der Familie ermöglicht wird - zumindest vorübergehend. agisra hilft ihr dabei, eine eigene Unterkunft zu finden und zu einer Sicherung ihres Lebensunterhaltes zu gelangen.
  • durch Vertretung gegenüber Ämtern. So müssen Sozialämter oft erst mühsam davon überzeugt werden, dass sie den Eltern der betroffenen Frau keinen Fragebogen schicken, um ihnen ihren Aufenthaltsort nicht zu verraten.

Beratungskonzept: Joo-Schauen/Najafi: Für das Recht auf Selbstbestimmung – gegen Zwangsverheiratung. Ansätze für die Beratungsarbeit.

Wir fordern, dass Menschen,
die in Deutschland aufgewachsen sind, jederzeit nach Deutschland zurückkehren können

Daher stellt agisra folgende Forderungen auf:

  • Wir fordern, dass Zwangsverheiratung als Grund zur besonderen Härte in den §31, Abs.2 Aufenthaltsgesetz aufgenommen wird.
  • Wir fordern,  dass Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, jederzeit nach Deutschland zurückkehren können.
  • Eine nachhaltige Förderung von Frauenberatungsstellen muss sichergestellt werden, um die angemessene Beratung und Unterstützung von Zwangsverheiratung bedrohter und betroffener Mädchen und Frauen zu gewährleisten.
  • Ebenso notwendig ist die Einrichtung und abgesicherte Finanzierung adäquater Zufluchtsräumlichkeiten.
  • Junge Frauen sollen bis zum 21. Lebensalter Anspruch auf Jugendhilfeleistungen ohne bürokratische Hürden haben.
Kontakt: agisra e.V. | Martin Str. 20a / Bolzengasse | Tel. 0221.124019 0221.1390392 | info (at) agisra.org